Die Bäderstadt der Mattiaker

Die Bäderstadt der Mattiaker

Vortrag „Neue Forschungen zur neuen Römermauer“

Schon die Römer haben sich wohlgefühlt in Wiesbaden und sie haben sich gut eingerichtet und neben den heißen Quellen zum Baden das Frischwasser aus dem Taunus für sich genutzt. Im Stadtarchiv Wiesbaden, Im Rad 42, gibt es 

am Dienstag, 17. Oktober, 18 Uhr

einen Vortrag zum Thema „Neue Forschungen zur neuen Römermauer: Die römische Wasserversorgung von Aquae Mattiacorum“.

Die Bäderstadt der Mattiaker war wegen den natürlichen, heißen Thermalquellen als Kurort der Provinz Germania superior im römischen Reich berühmt, verfügte aber nicht über das notwendige Frischwasser. Die römischen Wasserbauingenieure lösten dieses Problem, indem sie die Quellen an den Taunushängen erschlossen und über Aquädukte in die Stadt Aquae Mattiacorum leiteten. 

Sie entwickelten ein verzweigtes und technisch ausgeklügeltes System, das zurecht als Vorläufer der modernen Wasserversorgung von Wiesbaden gilt. Neue Funde am Kisselborn unterhalb des Jagdschlosses Platte, am Hambusch und im Wiesbadener Stadtteil Kastel erläutert der Vortrag ebenso wie historische und kulturelle Zusammenhänge. Referent ist der Kunsthistoriker Gunther Haarstark (M.A.).
Weltberühmter Designer aus Wiesbaden?

Weltberühmter Designer aus Wiesbaden?

Das wäre eine perfekte Frage für das Wiesbaden Quiz mit den 100 Fragen zu Wiesbaden gewesen. Warum ich sie nicht ausgewählt habe? Weil ich schon so viele andere tolle Fragen hatte und mich auf hundert begrenzen musste und dann fand ich es zu speziell, zu sehr nur für design-affine Menschen interessant und doch finde ich es bemerkenswert, dass einer der wichtigsten Produkt-Designer unserer Zeit aus Wiesbaden stammt. Schön, dass ihm nun eine Ausstellung gewürdigt wird:

Dieter Rams

Genau, Dieter Rams ist sein Name und "Ein Blick zurück und voraus“ lautet der Titel der Sonderausstellung um den international renommierten Wiesbadener Industriedesigner, die vom 28. Juni bis zum 29. Oktober im  sam – Stadtmuseum am Markt, Marktplatz, gezeigt wird. Ich kannte ihn zuvor nicht, doch Stefan Lange-Lobenstein, ein befreundeter Designer aus Wiesbaden, erwähnte ihn einmal und seither bin ich begeistert

„Gutes Design ist so wenig Design wie möglich“ lautet ein Credo von Dieter Rams, einem Pionier langlebiger und umweltfreundlicher Produktion. Schon in den 1970er Jahren plädierte er dafür, Dinge nachhaltig zu gestalten, sodass sie möglichst lange Nutzungskreisläufe ermöglichen. Kuratiert von Professor Dr. Klaus Klemp für die Dieter und Ingeborg Rams Stiftung, Kronberg/Taunus, beleuchtet die Ausstellung den Zusammenhang von Design, Verantwortung und Zukunft, wie ihm Dieter Rams in zahlreichen Gebrauchsgegenständen Ausdruck verliehen hat. Dafür wurden von Dieter Rams rund 30 Objekte sowie zahlreiche fotografische Reproduktionen ausgewählt. Im Stadtmuseum wird die Schau durch eigene Sammlungsobjekte ergänzt.

Bevor die Ausstellung nun in Wiesbaden präsentiert wird, wo Dieter Rams 1932 geboren ist, war sie im MAK – Museum Angewandte Kunst in Frankfurt, den Goethe Instituten in New York und Washington D.C. sowie erst kürzlich im ADI Design Museum in Mailand zu sehen.

Dieter Rams‘ Aufmerksamkeit gilt nicht nur der eigentlichen Form von Gebrauchsgegenständen, sondern auch deren Bedeutung für den Menschen und die Gesellschaft. Die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus der Technik war für ihn eine selbstverständliche und wichtige Voraussetzung. Häufig arbeitete er selbst an den technischen Lösungen mit. Als Leiter der Designabteilung entwickelte Dieter Rams mit seinem Team eine bestimmte Entwurfshaltung: das charakteristische „Braun-Design“. So prägt der Träger zahlreicher Ehrungen und Ehrentitel seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts unsere Alltagswelt, in der sich zahlreiche Gegenstände finden, die auf Rams‘ Entwürfe zurückgehen.  

Sein Ziel, „Weniger, aber besser“ zu gestalten, schätzten nicht nur Firmen für Elektroartikel, wie etwa Braun, oder für stilvolle Möbel, wie etwa Vitsœ–Unternehmen, für die Rams mehr als 350 Produkte kreierte. Noch heute dienen die Ideen von Dieter Rams jüngeren Gestalterinnen und Gestaltern als Vorbild. In einer Zeit, in der die Schonung von Ressourcen und der Schutz der Umwelt zu zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen geworden sind, ist Dieter Rams‘ Arbeit mehr als aktuell. 

Das neu aufgelegte, in englischer Sprache erschienene Werkverzeichnis Dieter Rams, zu dem Professor Klemp ein Vorwort geschrieben hat, kann im Stadtmuseum zum Preis von 54,95 Euro erworben werden. Weitere Informationen, auch zum Begleitprogramm mit einem Vortrag, Führungen und einer Diskussion, gibt es unter www.stadtmuseum‐wiesbaden.de.

Die Sonderausstellung mit ihrem vielfältigen Begleitprogramm wird unterstützt von der Dieter und Ingeborg Rams Stiftung, der Hochschule RheinMain, HfG Offenbach, Hessen Design e.V. Darmstadt, hedegger und VivArt.